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Hannah, Paraguay 2019/20

Heute sind es genau 6 Monate seitdem ich in Paraguay bin und ich fühle
mich etwas melancholisch/traurig, da jetzt schon mehr als die Hälfte
meines Auslandsjahres vorbei ist.
Jedes Mal wen ich den Geschmack von dulce de leche auf der Zunge habe,
ich Tereré trinke, eine Wassermelone für umgerechnet 1.50€ kaufe oder
einfach nur in der Hitze vor mich hin schwitze, muss ich daran denken,
dass es das nicht in Deutschland gibt.
Mit Spanisch hatte ich anfangs ziemliche Probleme, da ich mit meinen
Gastschwestern auf einer Englisch-Billingualen Schule bin.
Aber die letzten 3 Wochen habe ich einen Intensiv-Sprachkurs gemacht und
fühle mich sicherer, jetzt da ich die Regeln kenne.
Ich habe mich hier wirklich gut eingelebt und (zu meiner Schande) viele
deutsche Namen und Kleinichkeiten vergessen wie: wie ist das Kino, muss
man in Deutschland auch überall seinen PP zeigen, wird der Preis bei
Buffets auch mit gramm berechnet, haben wir Mandioka, usw.
Bald steht mein Mid-Stay-Camp bevor und ich freue mich richtig die
anderen AFSler wiederzusehen und Erfahrungen auszutauschen.
Im Großen und Ganzen verflog die Zeit hier wie im Flug, ich habe
unendlich viele neue Erfahrungen und Eindrücke gesammelt und bin einfach
nur dankbar, dass ich diese Entscheidung getroffen habe.

Liebe Grüße/ Hasta luego/ Ahata aju

Hannah

Miriam in Chile 2018/2019

Einstieg

Hola! Und viele Grüße aus dem schlanksten Land der Welt. Mein Name ist Miriam. Ich bin 17 Jahre alt und mache in Santiago de Chile meinen Auslandsaufenthalt.

Ich bin seit 8 Monaten hier und sehr dankbar, dass ich hier her geschickt wurde, obwohl ich gar nicht nach Chile wollte. Dieses Land ist atemberaubend! Die Natur hat eine Vielfalt, die man nicht oft zu sehen bekommt. Isabel Allende hat mal gesagt, wer nach Chile kommt, ist nicht durch Zufall dort gelandet. Und damit hat sie absolut recht. Und in meinem Bericht möchte ich euch über dieses auf der Karte so leicht zu übersehendes Land ein bisschen aufklären.


Natur

Man meint, Chile wäre wegen der spannelangen Form klein, dabei ist es etwa 4000 km lang und erstreckt sich damit auf drei Klimazonen.

Starten wir im Norden, in der trockensten Wüste überhaupt, der Atacamawüste. Dort kann man eine beeindruckende Vegetation betrachten, die man nirgendwo anders finden kann. In den Gebirgen gibt es hunderte Salzseen und Lagunen, sowie atemberaubende Pflanzen und Tiere, die man besichtigen kann. Und in der Nacht kann man sich dort den klarsten Sternenhimmel der Welt ansehen.

Wenn wir weiter in den Süden fahren, gelangen wir in das Herz des Landes. Valle Central nennt sich der mittlere Teil Chiles. Es ist die fruchtbarste Gegend. Außerdem ballen sich hier die Industrien und der größte Teil der Bevölkerung, nämlich in der Hauptstadt Santiago. In dieser Stadt befindet sich alles, was das Land benötigt. Ich komme immer wieder gerne ins Zentrum, denn um sich mit Freunden zu treffen gibt es reichlich Parks und Malls.

Die letzte Zone, der gesamte Süden, dürfte uns Europäern am vertrautesten sein und doch wird man dort verzaubert von der wahrhaft schönen Region. Wälder, Seen, Flüsse und sogar Vulkane kann man hier entdecken und dazu wird man von Regen und noch mehr Regen begleitet...


Leben und Leute

Mir fällt es schwer, die Chilenen zu beschreiben, auch wenn ich mich mittlerweile als eine bezeichnen würde. Sie sind sehr hilfsbereit und offen, weshalb ich mich schon ab der ersten Minute unter ihnen wohlgefühlt habe.

Der Alltag der Jugendlichen spielt sich überwiegend in der Schule ab, da sie sich dort jeden Tag bis zum späten Nachmittag aufhalten. Meiner Schule ist ein bisschen anders als die klassische Chilenische Schule. Es finden viele Projekte statt, was die Schüler sehr zusammen bringt. Jeder kennt und respektiert sich. Auch die Lehrer sind sehr entspannt. Sie behandeln die Schüler, als wären sie Familie und teilen oftmals die privatesten Lebensdetails. Meine Schuluniform besteht aus einer Art Jogginganzug und ist sehr bequem. Die typisch Chilenische Schule hingegen ist viel strenger. Die Uniform besteht aus Faltenrock, Hemd und Krawatte. In diesen Schulen wird vor allem Respekt und Verantwortung unterrichtet.


Kultur

Da in Chile nicht sehr viele Feste gefeiert werden, kann ich nur von dreien Berichten.

Fangen wir doch gleich am Jahresanfang an. An ,,Nuevo Año”, so nennen sie die Silvesternacht, wird alles in gelb geschmückt. Man feiert mit der ganzen Familie. Da in Chile jegliche Silvesterknaller verboten sind, trifft man sich normalerweise um zwölf Uhr an einem öffentlichen Platz, denn meistens gibt es dort ein großes, organisiertes Feuerwerk. Kurz vor Jahreswechsel sucht sich jeder einen Partner, den er zuerst Uhr umarmt und beglückwünscht. Danach werden zwölf Trauben für Erfolg und zwei Löffel Linsen für die Liebe gegessen.

Das zweite Fest im Jahreskalender ist der ,,Dieciocho”. Es findet am 18. September statt, an dem 1810 die Unabhängigkeit in Chile durchgesetzt wurde. Es wird mit der Familie, Freunden und viel Essen gefeiert. Außerdem wird der traditionelle Tanz Cueca getanzt. Dabei tanzt der Mann mit einem weißen Tuch in der Hand um die Frau.

Nun noch zu Weihnachen: an Heilig Abend sind wir nicht in die Kirche gegangen. Stattdessen haben wir uns mit den Nachbarn auf einem Spielplatz getroffen und dort die Messe abgehalten. Danach wurde zu Hause gut gegessen, Geschenke ausgepackt und zu letzt bis Zwölf Uhr nachts gewartet, um Jesus in die Krippe zu legen. Am Weihnachtstag bekamen wir von allen Verwandten Besuch. Jeder wurde von jedem beschenkt. Danach wurde dieses Fest zu einer Poolparty im Garten.

Natürlich darf ich nicht vergessen, Tanz und Musik zu erwähnen. Ich habe mich sehr schnell in die chilenische Musik verliebt. Auf der einen Seite gibt es die traditionelle Volksmusik, die zum Beispiel am 18.9. gehört wird. Es ist eine Mischung aus einheimischen Klängen und spanischem Kolonialeinfluss. Die Jugend allerdings hört überwiegend Reggaeton. Es hat einen bestimmten Rhythmus, zu dem man meistens tanzt. Viele nutzen das auf Partys, um mit einem Partner zu tanzen. Das ist deren Art, zu flirten.


Essen

Der Fisch spielt eine der wichtigsten Rollen in Chile. Nicht nur, weil er hervorragend schmeckt, sondern auch, weil es eine große Einnahmequelle ist. Da Chile so viel Küste hat, arbeiten viele im Fischergeschäft, vorallem im Süden.

Chilenen halten ihre Nationalgerichte eher einfach. Sehr bekannt ist der ,,Pastel de Choclo/Papas,” der aus einem Brei aus Mais oder Kartoffeln mit Fleisch und Eiern besteht.

Auch in der süßen Küche hat Chile vieles zu bieten. Die bekannte Masse ,,Dulce de Leche”, die ein bisschen an Nutella erinnert, wird hier ,,Manjar” genannt. Es wird oft mit Keksen, Sahne oder auch Merengue (Festgebackener Eischnee) gegessen. Wie der Name schon sagt, besteht es aus Milch und Zucker. Das wird so lange gekocht, bis es zu einer Art Caramel wird.

Seit Jahrhunderten streiten sich Chile und Peru um das Nationalgetränk, den Pisco. Es ist ein Destilliat aus Trauben und wird zu jedem Anlässen getrunken.

Zum Abschluss möchte ich noch meine Bewunderung für den Geschmack des Chilenischen Obstes aussprechen. Egal, ob Mango, Ananas, Avocado, oder Früchte, von denen ich nichtmal wusste, dass sie existieren, hat Chile eine reiche Auswahl, von der ich jetzt schon weiß, wie sehr ich sie vermissen werde.

Steffi Panama 11/12

AHOE!! Das hoert man staendig, wenn man in Panama unterwegs ist und

durch das kleine Land zwischen Nord - und Suedamerika faehrt. Und hier

lebe ich fuer ein Jahr, um die Kultur Panamas kennenzulernen. Ich

heisse Steffi, bin 16 jahre alt und bin jetzt schon seit Anfang August

in Panama. Die meisten kennen Panama nur aus dem Janoschbuch "Oh wie

schoen ist Panama" oder den allzu bekannten Panamakanal. Aber Panama

hat viel mehr zu bieten als nur eine kuenstliche Verbindung zwischen

zwei Meeren. Man muss das Land nur besser kennenlernen, denn ich habe

mich sofort in die Kultur, die Landschaft, das Essen und die Leute

hier verliebt.

Ich wohne in der kleinen Stadt Chitré auf der Halbinsel Azuero.

Meine Gasteltern sind begeisterte Taenzer. Egal, wo man gerade in

Panama ist, irgendwo laeuft immer Musik und es wird ausgelassen

getanzt. Und auch meine kleine Gastschwester, die gerade mal 1 Jahr

alt ist, tanzt schon fleissig mit.

Meine Schule, das Colegio San Juan Bautista, ist ziemlich klein - pro

Jahrgang nur eine Klasse mit je 15 Schuelern. Schuluniform darf

natuerlich nicht fehlen! Meine besteht aus einem braun karierten Rock,

braunen Ballerinas mit weissen Socken, einer weissen Bluse mit

Schullogo und einem braunen "Band" (corbatin) um den Kragen. Ich habe

von 7.15 bis 13.30 Uhr Unterricht und waehrend diesen 8 Schulstunden

nur einmal eine Pause von 10 Minuten! Das war anfangs ganz schoen

anstrengend und vor allem langweilig. Der Unterricht hier ist total

anders als in Deutschland. Viel Theorie und wenig Praxis.

Jeden Montag frueh stehen alle in Reih und Glied, die Panamaflagge

wird gehisst und die Nationalhymne gesungen. Woche fuer Woche.

Woche fuer Woche und Tag fuer Tag gibts auch arroz con pollo - Reis

mit Huehnchen. Mein absolutes Lieblingsessen hier sind aber patacones.

Das sind Kochbananen in Scheiben geschnitten und frittiert.

Panama riecht zwar nicht "von oben bis unten nach Bananen" aber

Bananen, oder auch guineos, wie sie hier genannt werden, gibt es hier

genug. Genauso wie Fisch, denn nicht umsonst heisst "Panama"

uebersetzt "Land, wo es Fisch im Ueberfluss gibt" - so hab ich schon

viele verschiedene Meeresfruechte probieren koennen.

Zum Abschluss der Sommerferien Ende Maerz war die groesste Party hier

in Panama - Karneval. Darauf freuen sich die panameños schon das ganze

Jahr. Von ganz Panama stroemen tausende Menschen ins Landesinnere, um

fuer 4 Tage ausgelassen zu feiern.

Fuer mich war es ein aussergewoehnliches Erlebnis und am Liebsten

wuerde ich naechstes Jahr wieder mitmachen!

Ich hab jetzt nur noch gut 3 Monate hier und ich denke mit gemischten

Gefuehlen an den kommenden Abschied. Einerseits freue ich mich auf

Deutschland, meine Familie, meine Freunde, aber andererseits werde ich

das Leben, das ich mir hier aufgebaut hab, ziemlich vermissen.

Die typische lateinamerikanische Puenktlichkeit, die Lebensfreude der

Menschen hier, die zum Tanzen einladende Musik,... all das ist hier

zum Alltag fuer mich geworden und ich weiss, dass es mir fehlen wird.

Aber jetzt geniesse ich erstmal die Zeit, die mir noch bleibt!

Sonnige Grueße aus Panama an AFS Bamberg!

Eure Steffi

 

Oliver USA 11/12

Halbjahres Bericht: Oliver Heber, Chicago USA

Die erste Hälfte meines Jahres ist vorbei und hoffe das ich mein Deutsch noch nicht ganz vergessen habe. Meine Gastfamilie lebt in einem Vorort von Chicago namens Wilmette, ein ziemlich wohlhabender Vorort. Ich besuche dieses Jahr über New Trier High-school und mein Jahr war bis jetzt völlig Problemlos und im großen und ganzem wunderbar. Ich möchte nur ein paar Gedanken und Erfahrungen die ich gemacht hatte teilen. Seit der zweiten Hälfte ist es für mich nun Routine auf neue Menschen einzugehen zu fragen, nett und offen zu sein. In einer Schule mit über 4000 Schülern vergeht kein Tag an dem man nicht

jemanden neues kennenlernt. Zum Anfang war es etwas schwer direkt mit manchen Schülern zu reden da ich etwas unsicher aufgrund meiner Sprache war, ich wusste nicht wie manche Schüler auf Fragen die für manche Selbstverständlich sind, reagieren würden und ich habe oft den Fehler gemacht viel für mich zu behalten. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich an alles, man wird sicherer in der Sprache und alles in allem offener. Manche Leute an meiner Schule sind unglaublich nett und auf einen zugehend. Sie stellten mir fragen waren neugierig, wie es mir bis jetzt so gefällt und haben mir Komplimente gemacht das ich gut englisch spreche. Der Rest machte für mich zuerst den Anschein als ob sie nicht interessiert wären und machten nie den ersten Schritt sondern waren eher auf sich selbst oder ihre Freunde fixiert. Wenn man selbst jedoch den ersten Schritt macht selbst wenn man zuerst denkt, das derjenige nichts mit einem zu tun haben will erkennt man das sie bloß nicht mutig genug waren den ersten Schritt zu machen, und stellen sich doch als sehr freundlich heraus. So lernt man die größtmögliche Anzahl von Leuten kennen. Sobald man einen guten Freund findet und sich mit ihm nach der Schule triff ist es normal, das man Schritt für Schritt die gesamte Freundesgruppe trifft und kennenlernt. Es ist sehr wahrscheinlich das in dieser Freundesgruppe jemand ist den man zuvor getroffen hat oder gesehen hat und nicht den Mut hatte anzusprechen. Amerikanische Jugendliche sind sehr in ihre spezielle Freundesgruppe eingeschmolzen. Meistens Freunde aus der ersten Klasse mit denen sie zusammenkleben bis zum Schulabschluss. Es ist manchmal schwer sich wie ein Mitglied dieser Gruppe zu fühlen da jeder in der Gruppe oft über ihre Vergangenheit sprechen und ein offeneres und Vertrauteres Verhältnis haben aber es ist nicht schwer damit umzugehen, den man wird bald auch Erlebnisse mit der Gruppe haben über die man mit ihnen später reden kann. 

Oliver Heber

Anna ITALIEN 11/12

Italien - 10 Monate sind definitiv zu wenig, um dieses Land komplett zu entdecken!

Hallo alle da draußen! Ich heiße Anna, bin 16 Jahre alt und bin für 1 Jahr mit AFS in Italien.

Genauer gesagt wohne ich direkt in der Hauptstadt, in Roma, wo ich jetzt schon seit gut 3 Monaten mit meiner Familie wohne. Ich habe einen Vater, Giampiero, eine Mutter, Antonietta, eine kleine Schwester, Silvia, und einen gleichaltrigen Bruder, Jacopo, der aber bis Mitte Juni ebenfalls mit AFS in den Vereinigten Staaten von Amerika ist. Mein Vater ist Englischlehrer an einem römischen Gymnasium und meine Mutter arbeitet im Außenministerium. Mit den beiden verstehe ich mich schon gut, aber die beste Beziehung habe ich zu meiner kleinen Schwester. Silvia ist 10 Jahre alt und geht auf die Deutsche Schule in Rom, weshalb sie, trotz ihres Alters, nahezu perfekt Deutsch spricht, was mir vor allem am Anfang sehr geholfen hat. Ich hatte zwar schon etwas Italienisch in einem Kurs an meiner Schule gelernt, allerdings ist es auch mit einigen Jahren Schulunterricht noch schwer, alles zu verstehen, denn Italiener reden bekanntlich gerne und auch viel und die Dialekte sind auch immer wieder eine spannende Herausforderung für mich.Bevor ich mit AFS hierherkam, war ich schon ein Mal in Italien gewesen, mit einem Schüleraustausch und bin deshalb relativ unvoreingenommen an das Jahr herangegangen. Ich hatte mir vorgenommen mich überraschen zu lassen und auch schon ein wenig schriftlichen Kontakt mit meinen neuen Eltern gehabt, weswegen ich mich einigermaßen sicher fühlte, die Familie machte von Anfang an einen sehr netten Eindruck, der sich auch weiterhin bewahrheitet hat.

Nur zwei Sachen haben mir bisher ein paar Schwierigkeiten bereitet, zum Einen das Wetter und zum Anderen die oben schon erwähnte Sprache. Der September und auch der Oktober waren wie erwartet warm, fast schon heiß. Anfang Oktober konnte man immer noch locker im T-Shirt und kurzen Hosen durch die Gegend laufen. Tatsächlich war es dieses Jahr wärmer als sonst, sagen zumindest meine Klassenkameraden. Doch ich bin wohl etwas zu optimistisch gewesen, was den Winter hier betrifft, denn im Dezember in Rom kann es durchaus auch auf 0° C runtergehen und es regnet des Öfteren. Ich kann euch aber beruhigen, das ist auch schon das Äußerste, ganz selten fällt mal Schnee, ungefähr alle 5–6 Jahre, es ist demnach also unwahrscheinlich. Zur Sprache kann man noch ergänzen, dass Italienisch wirklich gut zu erlernen ist, wenn man sich etwas Mühe gibt, ich verstehe mittlerweile den Unterricht, kann mitschreiben und die Hausaufgaben halbwegs erledigen. Italiener sind auch sehr hilfsbereit, wenn es darum geht, jemandem neue Vokabeln beizubringen. Sie freuen sich, wenn man nur versucht, etwas zu sagen und sind vielleichtein bisschen übereifrig, es wird so nie langweilig und es ist immer wieder interessant, neue Wörter zu lernen und sie dann zur Erheiterung aller vollkommen falsch auszusprechen. Im Allgemeinen ist es sowieso sehr angenehm hier zu leben, da speziell die Süditaliener sehr kontaktfreudig sind und keine wirkliche Scheu haben, jemanden aus einem anderen Land kennenzulernen.

Die ersten Tage war ich also vollkommen damit beschäftigt, Hände zu schütteln, Küsschen zur Begrüßung und zum Abschied zu verteilen und mir gefühlte 200 Namen auf einmal zu merken. Womit speziell wir Deutschen ein Problem bekommen können, ist der häufige Körperkontakt. Während man sich bei uns erstmal die Hand schüttelt und auch später, wenn man sich besser kennt, sich nicht zwangsweise immer berührt, ist es in Italien üblich, jemandem die Hand auf die Schulter, den Rücken oder auch den Oberschenkel zu legen, wenn man sich anspricht. Das war in den ersten Wochen schon ein wenig seltsam, wenn meine Banknachberin meine Hand nimmt, um mich zu fragen, ob ich denn auch verstanden hätte, was wir als Hausaufabe aufbekommen haben, doch sie respektieren es, wenn man ihnen dann sagt, dass es doch etwas seltsam für einen ist. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich auch daran, ich ertappe mich sogar schon selbst manchmal dabei. Was man in Rom auch unbedingt beachten sollte ist die Pünktlichkeit der Italiener, besonders die der Busfahrer. Es gibt hier aus gutem Grund keinen Busfahrplan, da sich sowieso niemand daran halten würde. So stellt man sich einfach an die Haltestelle und wartet auf den nächsten Bus, der immer genau richtig kommt, da es ja ohne Fahrplan nicht möglich ist, zu früh oder zu spät zu kommen. Ein paar Mal hat mich das als Deutsche fast schon an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht, als ich eine dreiviertel Stunde auf den Bus gewartet habe, den ich brauchte um nach Hause zu kommen. Dazu muss man sagen, dass ich zu Fuß in ungefähr einer

halben Stunde daheim gewesen wäre. Was mich besonders aufregt ist dieser andauernde innere Konflikt, ob man jetzt noch warten soll und womöglich noch eine weitere Viertlestunde warten muss, oder der Bus just in dem Moment erscheint, wenn man weit genug weg ist, um ihn beim Zurückrennen nicht mehr zu erreichen. Glücklicherweise gibt es ja noch die Metro. Die fährt regelmäßig mindestens alle 5 Minuten und man kann so zügig das andere Ende der Stadt erreichen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass das Nahverkehrsnetz echt günstig ist, für eine Fahrt zahlt jeder 1€, man dann damit auch von der Metro aus mit dem Bus weiterfahren, ohne dazuzahlen zu müssen und die Monatskarte kostet für Schüler und Studenten nur 18€. Das Geld ist ein Thema für sich. Meiner Meinung nach sollte man allerwenigstens 100€ im Monat zur Verfügung haben, besser sind 150€. Vor allem wenn man so, wie die Italiener, Wert darauf legt, Markenklamotten zu tragen. Es gibt zahlreiche große moderne Shoppingmalls in Rom, wer also gerne Einkaufen geht, der ist hier genau richtig. Ein guter Tipp sind auch die vielen mercati, also Märkte, der größte und bekannteste ist Porta Portese, wo man von Küchengeräten über CD's bis zu Schmuck und Bekleidung nahezu alles findet. Abends gehe ich gerne mit meinen Klassenkameraden und den anderen Austauschschülern aus. Die Italiener bevorzugen es, in eine Disko oder eine Bar zu gehen, besonders die Disko kann mit durchschnittlich 20€ allein für den Eintritt teuer werden, weswegen wir AFSer lieber auf die Piazza gehen oder bei jemandem daheim feiern., wobei man deutlich billiger wegkommt. Es gibt generell so viel zu unternehmen in der Hauptstadt, egal ob Bowling, Kino oder im Park picknicken, es wird so gut wie nie langweilig.Ein weiter Punkt ist das Essen, was ich auf meinem Weg durch die Stadthalle 10m in Form von Bars (nach deutscher Definition Caffées), Pizzaläden und Eisdielen finde. Eis mag zwar auf den ersten Blick teuer erscheinen, weil es immer, je nachdem, wo man hingeht, mindestens 2€ kostet, die Menge die man aber dafür bekommt ist der deutschen ebenbürtig, fast schon überlegen, genauso wie die Qualität. Es hat einen guten Grund, warum hier nur wenige Eisdielen im Winter schließen, dieses Eis könnte gut und gerne das ganze Jahr über essen. Ist allerdings sehr zu empfehlen, sich abzuwechseln, wirklich gesund ist es nicht, sich immer nur das fertige Essen zu kaufen.Ein großer Unterschied zu Deutschland und Kostenfaktor ist auch noch, dass wir Schüler uns die Bücher selbst kaufen müssen, die viel größer und schwerer sind als die Schulbücher, die ich so gewohnt bin.Schule ist für mich persönlich anders, wir haben meistens so Unterricht, dass der Lehrer vorne steht und redet und die Anderen versuchen, sich dazu Notizen zu machen, ich war lange Zeit schon damit überfordert herauszufinden, was wir eigentlich gerade durchnehmen und hab mir die Themen dann hinterher im Internet durchgelesen, entweder auf Englisch oder auch auf Deutsch, und mir die Bücher angeschaut. Was beruhigend für mich war, ist, dass die so gefürchteten Stegreifaufgaben nicht gibt, stattdessen die üblichen Abfragen und vorab angekündigte Schulaufgaben. Für mich zählen die Noten hier nicht, da ich wegen des G8 sowieso das Jahr wiederholen muss, das ist manchmal in den schwierigeren Fächern wie Philosphie oder Geschichte besser so, da ich hier noch einige Probleme mit der Menge des Stoffes hab.Ein normaler Schultag bei mir fängt bei mir um 8 Uhr an und endet spätestens um 3 Uhr nachmittags, das aber nur einmal die Woche. Es gibt einige Schulen, die Samstags auch Unterricht haben, meine Wochenenden sind glücklicherweise jedochfrei geblieben. Eine Schulstunde ist in Italien 60 Minuten lang, das kann sich schon mal ziehen, bis es dann klingelt, wenn man so wie ich „nur“ 45 Minuten gewohnt ist, auch dass erst nach der 3. Stunde eine ViertelstundePause ist, also nach 180 Minuten Unterricht, danach bis um 2 Uhr nicht mehr, macht mir oft zu schaffen. Da die Lehrer jedoch oft verspätete eintreffen, haben wir eine kleine Ruhepause zwischen den Stunden.Meine merkwürdigsten Erlebnisse in der Schule waren bisher, als ich eines Morgens, in der 2. Woche, zur ersten Stunde in die Schule kam und nur 4 Schüler meiner Klasse dort vorfand, der Rest war zuhause geblieben, und auch diese 4 gingen nicht zum Unterricht, sie waren nur wegen ihrer finnischen Austauschschüler hier, mit denen sie frühstücken gehen würden. Sie schauten ebenso verwirrt wie ich, als ich da reinkam, ich wurde kurzerhand darüber aufgeklärt, dass heute eine Schülerdemonstration und zeitgleich ein U-Bahn und Busstreik stattfanden, weswegen meine Klasse entweder gleich daheim geblieben ist, oder es irgendwie geschafft hat, zur Demonstration Revolution spielen zu gehen. Von beidem hatte ich nichts mitgekriegt, da ich bei den Nachrichten, wo über jene Demonstrationen berichtet wurde, nicht wirklich etwas verstanden und quasi neben der Schule wohne und so zu Schule laufen kann. In Deutschland wäre ich spätestens jetzt einfach wieder nach Hause gegangen, in Rom wird unglücklicherweise nach 8 Uhr der Ein- und Ausgang verschlossen wird, so dass niemand rein und raus kann, obendrein wird das ganze noch durch eine Art Pförtner überwacht. Deswegen bin ich mit den Anderen Frühstücken gegangen, wodurch ich die letzte Chance, nach Hause zu gehen verpasst habe, als um 9 die Pforte noch einmal für die Leute, die es um 8 nicht pünktlich geschafft haben, also an diesem Tag niemand, geöffnet wurde und man auch aus der Schule konnte, was dann die Schüler genutzt haben, die ebenfalls den spontan schulfreien Tag vergessen hatten. Danach war es unter allen Umständen verboten, diese Tür bis 12 noch mal zu öffnen. Das Ende vom Lied war dann, das ich bis Mittag mit insgesamt 40 Schülern herumsaß. Zum Vergleich, normalerweise gehen etwa 1600 Schüler auf mein Gymnasium, und die Hälfte der Anwesenden waren Austauschschüler aus Finnland. Seitdem achte ich immer besonders darauf, ob wieder mal ein Streik oder eine Demo angesagt sind, in den 3 Monaten, die ich nun schon hier bin, in etwa 4 Mal. Mittlerweile ist aber wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt. Ich hoffe, ich konnte ich euch mit meinem Bericht weiterhelfen bei eurer Länderauswahl, ich kann jedem Italien nur ans Herz legen. Es ist wirklich ein interessantes und vielseitiges Land und immer wieder für eine Überraschung gut.

liebe Grüße Anne

Timon ARGENTINIEN 09/10

Hola!

Jetzt , nachdem ich schon acht Monate im Rahmen des Programms “Ein Jahr im Ausland mit AFS“ in Argentinien verbringe, wird es auch endlich mal Zeit, einen Bericht zu schreiben.Es ist Herbst,25 Grad und es hagelt. So stellt sich wahrscheinlich nicht jeder Argentinien vor, aber nach einem extrem heißen Sommer mit 45 Grad im Schatten und ohne Regen freue ich mich auch über einen verregneten Montagnachmittag. Nach einer Siesta (Mittagsschlaf) schreibt sich so ein Erfahrungsbericht auch viel leichter. Und da wären wir auch schon bei dem ersten Unterschied zwischen Argentinien und Deutschland angekommen.

Hier machen nämlich fast alle, auch Jugendliche, immer nachdem Mittagessen einen Mittagsschlaf. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man erst um zehn Uhr zu Abend isst. Die Schule geht bei mir um 7 Uhr los. Das heißt, man muss auch dementsprechend früher aufstehen. Um ein Uhr fährt meine Gastmutter mich und meine Schwester nach Hause. Meine Schwester Sol ist 14 und meine Gastmutter Matilde arbeitet an derselben Schule, die wir besuchen. Dann gibt‘s Mittagessen mit dem Rest meiner argentinischen Familie, mit Vater Juan,meinem Gastbruder Ignacio, 17, und meinem kleinen Bruder Bernardo, 1. Unter der Woche gibt‘s meistens Milanesas (panierte Rinderschnitzel), Pizza, Nudeln, Tartas (Käse-Schinken-Gericht aus dem Ofen), Empanadas. Und am Wochenende mit der ganzen Familie ASADO (gegrilltes Fleisch). Fast die ganze Familie wohnt in meiner Stadt Chajarí, weswegen auch immer sehr viele Leute zum Asado kommen. Insgesamt ist das Familienleben hier sehr wichtig. Die Großmutter und die Tante wohnen nebenan und passen, während meine Eltern arbeiten, auf das Baby auf.

Ich weiß noch ganz genau, wie ich Ende August morgens um 4 Uhr aufwachte und mit meiner deutschen Familie zum Frankfurter Flughafen fuhr und dannin den Flieger nach Buenos Aires stieg. In dem Moment war ich überhaupt nicht traurig, dass ich mich von meiner Familie verabschieden musste. Ich wollte einfach nur noch weg und meine neue Familie kennenlernen. Auf dem Flughafen war total viel los, aber man erkannte sehr schnell die freiwilligen AFS Mitarbeiter an ihren T-Shirts, die alles gut organisiert hatten. Nach 15 Stunden Flug kamen wir dann in Buenos Aires an und hatten ein 3-tägiges Camp. Danach wurde ich mit vier anderen AFS-ern zum Buenos Airschen Busbahnhof gebracht, und nach 6 Stunden Busfahrt kam ich dann endlich an.

Meine Familie begrüßte mich herzlich und ich wusste erst einmal nicht so genau, was ich sagen sollte. Ich hatte zwar ein Jahr in der Schule schon Spanisch gehabt, aber das half mir in dem Moment nicht so viel weiter.

Nach einer Stunde Autofahrt kamen wir dann in Chajrari (40.000 Einwohner)an. Eine typische argentinisch geplante Stadt, die in Quadrate eingeteilt ist. Für mich sah alles gleich aus. Und ich dachte, hier würde ich mich nie zurechtfinden. Die Familie ist total herzlich und hilft mir sehr viel. Am ersten Tag kauften wir dann ersteinmal die Schuluniform. An meinenersten Schultag kann ich mich noch genau erinnern. Ich wurde in mein Klassenzimmer geführt und mir wurde der Platz neben dem besten Schüler in der Klasse gegeben. Dort begrüßten mich dann schon die ersten Klassenkameraden, die pünktlich ankamen. Dann klingelte eine Glocke und es sammelten sich alle, und die argentinische Flagge wurde gehisst. Danach ging es wieder ins Klassenzimmer und alle redeten auf mich ein, ich verstand fast nichts. Es waren aberalle total nett und offen. Am Anfang begannen alle Stunden gleich: Der Lehrer fragte: „Wer bist du, woher kommst du?“ Undich erzählte meine Geschichte. In den Pausen wurde ich von allen Schülern umkreist und ich wurde mit Fragen gelöchert. Das hörte dann aber nach 2 Wochen auf.

In der Schule kehrte dann der Alltag ein und jeden Tag verstand ich mehr und ich wurde ein normaler Schüler, auch wenn ich nicht ganz so viel machen muss wie die anderen. An den Wochenenden geht man bis um 5 Uhr früh in die Disco und schläft am Tag. Man unternimmt auch viele Sachen mit der Familie. Mir wurde am Anfang die Umgebung gezeigt und ich musste die ersten zwei Monate jeden Samstag in eine andere Stadt fahren, um dort Spanischunterricht zu bekommen. Außerdem machte ich schon zwei Reisen. Die erste ging in ein Lagunen Gebiet mit Krokodilen und die zweite zu den Gletschern

in den Süden von Argentinien. 15 Stunden Busfahrt sind da nichts Außergewöhnliches. Dadurch kommt mir Deutschland jetzt so klein vor. Ich wurde sehr schnell ein “vollwertiges” Familienmitglied, mit allen Vorteilen, aber auch Nachteilen. Wobei die “Nachteile” dieselben sind wie in Deutschland. Zum Beispiel: Abwaschen, Wäsche aufhängen.... Weihnachten und Silvester waren große Familienfeste, die ich nie in meinem Leben vergessen werde.

Jetzt fehlen nur noch 3 Monate, bis ich wieder zurückfahren muss, und ich merke jeden Tag mehr, wie sehr ich alles vermissen werde, und möchte länger hier bleiben. Besonders die Gelassenheit und Offenheit der Argentinier werde ich vermissen. Insgesamt ist hier alles weniger hektisch,und man lebt in den Tag hinein. Ich verbringe hier eine unvergessliche Zeit in meinem Leben und mache so viele Erfahrungen, die mich sicher auch prägen.

Fazit: Das Jahr mit AFS hat sich echt gelohnt und ist ein voller Erfolg!

19.4.2010,

Timon Koch

Eva VENEZUELA 09/10

Mein Traum:Venezuela

Buenos dias!!

Ich heiße Eva Amon und verbringe dieses Jahr 2009/2010 in Venezuela.

Dank Der Stadtwerke Bamberg, die dazu beigesteuert haben, mir meinen Aufenthalt durch die Austauschorganisation AFSin Venezuela mit einem Stipendium zu ermöglichen, darf ich hier ein wunder schönes Jahr in einem zauberhaften Land

verbringen.Ich werde oft gefragt, ob ich es bereue, dieses Jahr in Venezuela zu verbringen. Doch dazu kann ich nur immer wieder den Kopf schütteln,denn dieses Jahr bringt mich so viel weiter in meinem Lebensweg. Ich erlebe eine völlig andere Kultur mit ihren schönen,aber auch mit ihren schlechten Seiten. Beides zeigt mir eine völlig andere Welt, von der ich in Deutschland nichts geahnt habe. Ich habe erfahren, Venezuela lieben zu lernen mit all den guten und den Schattenseiten. Man lernt die Leute zu lieben, die Landschaft, die Sprache und so vieles mehr. Aber jetzt will ich erst mal ein bisschen über mein Leben hier erzählen:

Ich wohne seit fast zehn Monaten in Merida. Das ist eine schöne, kleine Bergstadt in den Anden, die für ihre Schönheit bekannt ist und die jeder einmal besucht haben muss. Zum Beispiel gibt es hier die Eisdiele “Coromoto” mit den meisten Eissorten der Welt. Da gibt es den Geschmack “Orangenblüteneis”, “Zimteis”, aber auch Sorten wie “Champignons in Weinsoße” oder “Zwiebeleis”. Merida liegt unterhalb des Pico Bolivar. Das ist der größte Berg Lateinamerikas und ist ungefähr 5007 Meter hoch. Vor einem Jahr konnte man noch mit einem Lift hinauffahren, doch er wurde geschlossen, weil er verbessert werden muss. Ich wäre gerne auf den Pico Bolivar hinaufgefahren, schon weil der Lift als der höchste der Welt gilt, aber da muss ich mich noch ein bisschen gedulden, bis er wieder eröffnet wird.

Die ersten fünf Monate habe ich in einer sehr, sehr netten Familie verbracht, doch durch unglückliche Umstände musste ich nach Neujahr die Familie wechseln und bin in die Familie einer meiner Freundinnen gezogen.

Obwohl ich mir jetzt das Zimmer mit zwei meiner drei Schwestern teile und nicht viel Privatsphäre haben kann, bin ich überglücklich, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Sie begegnen mir mit so viel Herzlichkeit und ich fühle mich geborgen und als Mitglied der Familie. Doch zugleich hoffe ich das die Verbindung zu meiner ersten, wie auch zum meiner jetzigen Familie auch noch nach meinem Auslandsjahr anhält. Aber beginnen wir mal ganz am Anfang:

Von meiner Austauschorganisation AFS habe ich zufällig in der Schule erfahren. Ehemalige Schüler, die schon im Ausland waren, haben uns die Organisation vorgestellt und uns zu einem Infoabend eingeladen. Neugierig bin ich dann mit meinen Freundinnen, die jetzt ebenfalls ein Auslandsjahr mit AFS machen, im vorletzten Herbst zu dem Informationstreffengegangen. Die Erlebnisse der “Returnees”, so werden die ehemaligen Austauschschüler von AFS genannt, haben mich mitgerissen und an diesem Abend stand für mich fest: Ich möchte mich auch in eine neue Kultur und in ein anderes Leben stürzen. So begann das Abenteuer..

Mir war eigentlich egal, in welchem Land ich für dieses Jahr leben werde, doch Venezuela und Paraguay haben mich einerseits wegen der Sprache angezogen und andererseits, weil ich noch nichts über sie gewusst habe. Also habe ich mich auch riesig gefreut, als mir mitgeteilt wurde, dass ich mein Auslandsjahr in Venezuela verbringen würde.. Gemeinsam mit einer Freundin habe ich einen Spanischkurs belegt, weil ich bis dahin noch kein einziges Wort Spanisch sprechen konnte, und habe das letzte Halbjahr alle Vorbereitungen für mein Auslandsjahr getroffen. Zum Beispiel musste ich mir Gedanken über meiner Fächerwahl nach meinem Auslandsaufenthalt in der deutschen Schule machen.Doch trotz meines Bemühens, schon vorher die spanische Sprache zu erlernen, musste ich, als ich das erste Mal meiner Familie gegenüber stand, feststellen, dass mir noch so viel fehlte, um mich richtig gut verständigen zu können.

Vor meinem Jahr in Venezuela hatte ich auch riesige Angst davor, zum Beispiel keine Freunde in der Schule zu finden. Doch mir wurde immer wieder gesagt, dass die Leute in ganz Sued-und Mittelamerika sehr offen sind und mir mit großer Freundlichkeit und Neugierde entgegenkommen werden. Und siehe da- genau das hat sich bewahrheitet.Einerseits hat das natürlich seine Vorteile. Zum Beispiel hatte ich von dem ersten Tag an in meiner Klasse einen festen Platz und wurde auch herzlich in ihre Mitte aufgenommen. Doch andererseits bin ich jetzt, nach mehr als sechs Monaten, noch immer die “Neue” und die “Deutsche”.Das kann manchmal ganz schön stressen, wenn man unfreiwillig in den Mittelpunkt gestellt wird. Aber so ist das eben in einem Auslandsjahr.

Ich könnte sagen, dass es wie ein Buch ist. Es hat viele, viele Seiten. Manchmal schlägt man Seiten auf,die vielleicht langweilig oder traurig sind und man möchte das Buch nur zuschlagen und weglegen oder an ein altes, schöneres zurückdenken, doch es gibt auch so viele schöne Seiten, die einen froh machen und die manam liebsten zehnmal lesen würde. Oder spannend und man kann gar nicht erwarten, die nächste Seite aufzuschlagen, wo sich vielleicht ein neues Abenteuer verbirgt und dich in ein neues Erlebnis mitreißt.

Eine wunderschöne Seite ist für mich die Landschaft. Venezuela besteht aus ca. 3000 km wunderschöner Küstenlinie, Traumstränden (Zum Beispiel Isla Margarita), Savanne, den Anden, in denen ich wohne, Regenwald und Amazonasgebiet. Ich selbst war schon in der größten Savanne Venezuelas. Sieheißt “La gran Sabana” und dort liegt der “Salto Angel”. Das ist der höchste Wasserfall der Welt und beträgt fast einen Kilometer Höhe. Aber es kann auch passieren, das er fast kein Wasser hat, weil es hier seit Oktober nicht mehr viel regnet.Und da kommen wir zur Zeit größten Krise Venezuelas: Dem Strom! Wegen der wenigen Regenfälle in ganz Venezuela, können die Wasserwerke hier nur sehr wenig Strom erzeugen, was wiederum ein Problem für die Erdölerzeugung ist. Der größte Gewinn Venezuelas besteht nämlich aus der Erdölhandel. Um genug Öl aus dem Meer pumpen zu können benötigen die Maschinen dementsprechend viel Strom und deshalb wird regelmäßig der Strom in allen Städten (besonders Andengebiete) abgestellt. Das heißt, die Leute sind für zwei Stunden komplett ohne Strom und teilweise auch ohne Wasser..

Mich begeistern die Sitten und Bräuche Venezuelas, auch wenn es manchmal schwer scheint, sich an bestimme Dinge zu gewöhnen. Zum Beispiel wird einem am Geburtstag schon am Morgen gratuliert, am Nachmittag ignoriert jeder, dass heute dein Geburtstag ist, und am Abend kommen die verschiedensten Gäste, die man teilweise überhaupt nicht kennt. Aber sehr begeistert hat mich der Brauch, in der Neujahrsnacht zwölf Weintrauben mit jeweils einem Wunsch für das kommende Jahr zu essen.

Man erfährt so viele neue Dinge über die Menschen und vor allem über sich selbst, wenn man ein Jahr lang auf sich allein gestellt ist. Man wird selbstständiger und sicherer in seinem Tun. Ich habe eine Familie und Freunde gewonnen, die mich begleitet und mir so viel geholfen haben und das ist für mich ein riesengroßer Schatz, den ich auf keinen Fall wieder hergeben will. Und ich bin mir sicher, dass mir alle meine Erfahrungen, die ich hier gesammelt habe, auch in meinem späteren Lebensweg weiterhelfen werden. Ich danke den Stadtwerken für ihre großartige Unterstützung!!Liebste Grüße aus Venezuela,

Eva Amon


Valerie KOLUMBIEN 09/10

Pach Wow. Kolumbien. Ewiger Sommer, Party, jede Menge Drogen und Gewalttaetigkeit.Das waren meine ersten Gedanken, als ich den Brief mit meinem Gastland oeffnete. Jetzt nach 6 Monaten weiss ich, dass all das nur oberflaechliche Vorurteile waren und dass dieses Land viel mehr zu bieten hat und ganz und gar nicht voller Drogendealer und Verbrecherist. Nach ca.12 Stunden Flug, Planlosigkeit beim Umsteigen am Pariser Flughafen, mit ausserst „leckerem“ Flugzeugessen kamen wir 10 AFSler aus Deutschland endlich erschoepft aber gluecklich in Kolumbien an. Die ersten Szenen, die auf uns zu kamen war ei unglaubliches Chaos auf den Strassen aus Taxis, Bussen und jeder Menge Verkaeufern. Gequetscht in einem Minivan wurden wir zu unserem Welcomecamp transportiert, das laenger als erwartet eine Woche dauerte, da wir die ersten Austauschschueler seit ca 10 Jahren sind. Nach 7 Tagen Vorbereitung kam endlich DER Moment auf den wir alle hingefiebert hatten: 

Gastfamilien !!! Es war ein unglaubliches Gefuehl, als wir in der jeweiligen Stadt aus dem Flugzeig stiegen und uns riessengrosse Familien mit Schildern erwarteten.

In den ersten Monaten erwartete uns wieder ein Haufen neuer Eindruecke: Hitze und Palmen, exotische Fruechte und leider auch Insekten, der krasse Unterschied zwischen Armut und Reichtum, Hausangestellte daheim, die Musik und selbst die Art zu tanzen und die vielen liebenswuerdigen, offenen und immer lachenden Menschen.Mittlerweile, nach 6 Monaten, ist vieles davon normal geworden. Die Schuluniform, dass in der Schule grundsaetzlich gemacht wird, was die Schueler wollen , leider auch die vielen Obdachlosen, das Essen und so vieles mehr.Die Kolumbianer sind unglaublich nette und extrovertierte Leute, die sehr interessiert an Auslaendern sind ( was ein bisschen unangenehm sein kann, wenn man auf der Strasse die ganze Zeit angestarrt wird) und zeigen sehr gern, wie wunderschoen ihr Land ist, sie sind sehr hilfsbereit und es ist sehr einfach Freunde zu finden. Ich denke diese Offenheit werde ich in Deutschland vermissen, ebenso wie die Spontanitaet und sich ueber nichts Sorgen zu machen. Andererseits bereitetes mir Schwierigkeiten, dass sie vieles auf die zu leichte Schulter nehmen, dass die bettelnden Menschen oft sehr kalt uebersehen werden und anfangs auch die Sprachbarriere(die sich nach 4 Monaten problemlos gegeben hat).

Besonders schoene Erlebnisse waren fuer mich die vielen Reisen, die ich hier schon gemacht habe. Ich kenne die Karibik mit der unglaublichenHitze, den Palmen, Strand und Meer, wo jeder Tag eine Party ist. Grosse Staedte, kleine Doerfer in den Bergen, wo man sich schonmal eine warme Jacke und einen Schal anziehen muss. Allerdings denke ich jeder Tag, den man hier erlebt ist etwas Besonderes mit seinen kleinen, eigentlich unwichtigen Dingen.

Eine andere praegende Geschichte war auch der Wechsel von meiner Gastfamilie. Ich habe sehr weit weg von der Stadt gewohnt und hatte einige Probleme. Deswegen habe ich zu einer Freundin aus meiner Klasse gewechselt und jetzt verstehe ich mich sehr gut mit beiden Familien und werde immer zwei Familien in Koumbien haben. Ich denke alle Jugendlichen auf der ganzen Welt sind mehr oder weniger gleich. Unter der Woche ist nicht so viel los, da die Schule bis nachmittags dauert, da besucht man dann einfach die beste Freundin oder geht ins Kino. Am Wochenende und in den Ferien jedoch trifft man sich am liebsten in grossen Gruppen, geht in die Disco oder macht eine Party daheim. Es gibt hier auch Chivas, das sind Partybusse und wenn sich genuegend Leute finden, wird eine von diesen gemietet. Die Kolumbianer lieben es zu tanzen und koennen es auch richtig gut, am liebsten zu Reggaeton oder Vallenato. Die Jungs spielen Fussball oder fahren Skateboard und die Maedchen interessieren sich fuer Mode und gehen sich auch gern am Pool braeunen.Ich kann allen AFSern die nach Lateinamerika gehen nur raten, dass sie vorher tanzen lernen. Die Kolumbianer sind liebenswuerdigeMenschen, die jeden Tag geniessen und schon beim Putzeneine Party machen.

Ich denke ich bin durch all diese Erfahrungen erwachsener geworden,selbstständiger und habe auch gelernt die Dinge stressfreier anzugehen.Und hey, ich bin weder ausgeraubt, noch entfuehrt worden. Ich liebe Kolumbien und will nie wieder weg !

Nadja FRANKREICH 09/10

Meine ersten Erlebnisse in Frankreich

Jetzt liegen schon ganze 4 Monate hinter mir, in denen ich hier bin und, obwohl ich sehr häufig Heimweh verspüre, habe ich gar nicht richtig gemerkt, wie schnell diese Zeit doch schon verflogen ist. Es ist so vieles passiert, dass man alles gar nicht zusammenfassen kann und bereits eine solch kurze Zeit hat mir schon viele Erfahrungen geschenkt.

Abreise

Ich erinnere mich, als ich mich damals, im September, am Frankfurter Flughafen von meiner Mutter verabschiedet habe und in Tränen ausgebrochen bin - zum ersten Mal. Davor konnte ich es mir gar nicht vorstellen und war auch gar nicht so richtig bereit dafür, für so lange mein alltägliches Leben in Deutschland zurückzulassen. Aber in diesem Augenblick habe ich es letztendlich gefühlt: Ich werde für ganze 10 Monate in einem anderen Land mit für mich völlig fremder Sprache und umgeben von unbekannten Menschen leben! Und ich werde meine Familie und meine Freunde erst in einer Ewigkeit wiedersehen!Als ich mit 13 weiteren deutschen AFSern im Flugzeug nach Frankreich flog, waren wir natürlich schon sehr aufgeregt. Sobald wir im Pariser Flughafen "Charles de Gaulle" angekommen sind, ging es nicht direkt weiter zu unseren Gastfamilie, denn davor hatten wir noch mit ca.240 AFSern aus der ganzen Welt eine 2-tägige Vorbereitung auf unser bevorstehendes Auslandsjahr.

Meine Gastfamilie

Erst danach wurde ich zusammen mit einer Australierin und einer Isländerin, deren Gastfamilien auch in dem Department Vosges leben, in den Zug Richtung „neues Leben“ geschickt. Wir konnten es kaum erwarten, anzukommen und von unseren Gastfamilien empfangen zu werden. Als es jedoch so weit war und unser Zug am Bahnhof von der Stadt Epinal hielt, war meine Gastfamilie noch nicht da- sie kam etwas in Verspätung; aber das war nicht weiter schlimm, es waren ja andere AFS-Angehörige anwesend und gemeinsam haben wir gewartet, bis meine Gastmutter mit meinen beiden Gastschwestern angekommen ist. Begrüsst haben wir uns alle selbstverständlich mit einer französischen "Bisous-Begrüssung" und ich fand die Art von Begrüssung am Anfang sehr komisch.Schliesslich ist auch meine Gastfamilie, welche aus meiner Gastmutter Isabelle, meiner13-jährigen Gastschwester Jeanne, meinem 17-jährigen Gastbruder Louis und meiner kleinen 6-jährigen Gastschwester Agathe besteht,angekommen und so ging es kurz darauf in mein neues Zuhause für 10 Monate, das sich in dem kleinen Dorf "Xonrupt-Longemer" befindet. Die ersten Eindrücke von meiner Gastfamilie waren sehr positiv, alle waren sehr, sehr nett.Mit meiner Gastmutter habe ich zu Beginn nur auf Englisch gesprochen, denn auf Französisch verstand ich so gut wie kein Wort. Mit meinen 3 Gastgeschwistern konnte ich mich nicht richtig unterhalten, denn diese reden nur auf Französisch, aber wir haben es trotzdem anfangs immer wieder versucht. Nachdem mir mein Zimmer und das ganze restliche Haus gezeigt wurde, wurde mir der darauf folgende Tag ein wenig erklärt. Denn schon am nächsten Tag nach meiner Ankunft startete auch schon mein Schulalltag, der um 8 Uhr beginnt und erst um 17 Uhr endet.


Schule und Alltag in Frankreich


Am nächsten Morgen fuhr man mich also in die Schule und das Erste, was ich gemerkt habe war, dass keiner von meinen Mitschülern Englisch konnte. Was mich aber am Meisten gewundert hat, dass keiner sich für mich in meiner neuen Klasse interessiert hat, das machte mich sehr traurig. Ich war einfach eine Deutsche, die kein Wort Französisch kann. So dass ich also im Unterricht und hatte versucht, irgendetwas aufzugreifen, was ich verstehen könnte, jedoch klappte es selbstverständlich nicht.Eine Schulstunde dauert in Frankreich ca.60 Minuten und als ich das gemerkt habe, fragte ich mich, wie man es so lange aushält - vor allem, wenn man nichts von dem versteht, was der Lehrer erzählt, kann es sehr langweilig werden. Und so ging es mir, denn ich habe die ganze Zeit auf die Uhr geschaut und gewartet, bis es zur nächsten Stunde klingelt. Es gibt alle 2 Stunden eine kleine Pause von 10 Minuten, in der man aber nicht isst, sondern sich unterhält.Essen gibt es in der Cafeteria in der langen Mittagspause, die 1 Stunde dauert und meistens wird man sehr satt, denn, wie so bekannt ist, gibt es mehrere Gänge in Frankreich - Vorspeise, Hauptspeise, Käse, Dessert und dazu immer Baguette; und so gibt es auch in meiner Schule diese Essensordnung. Das Essen ist abwechslungsreich,

sodass es jeden Tag etwas anderes gibt, jedoch isst man sehr viel Fleisch.Nach der Mittagspause hat man weitere 4 Unterrichtsstunden.Die erste Zeit in der Schule war wirklich sehr, sehr schwierig für mich, nicht nur, weil ich von der Sprache nichts verstand, sondern auch, weil ich mich einsam gefühlt habe und mich nach meiner deutschen Klasse gesehnt habe. Ich war zwar nie alleine, sondern immer mit einer Mädchengruppe, aber man hat sich mit mir fast nie unterhalten und ich habe mich sehr schlecht gefühlt, als ich sah, wie die anderen reden und lachen. Ich war wirklich sehr traurig.

Als ich mit meiner Gastfamilie war, hat sich meine Laune wieder verbessert, denn, wie ich es schon ganz am Anfang gefühlt habe, sind alle sehr, sehr nett , freundlich und hilfsbereit. Immer, wenn ich ihnen von meinem Schultag erzähle, hören sie mir zu und erzählen auch von ihrem Tagesablauf. Zu Beginn habe ich meiner Gastmutter auf Englisch meine Erlebnisse erzählt, aber schon bald habe ich versucht, es ihnen auf Französisch zu erklären. Ich bin wirklich sehr, sehr froh, dass ich bei ihnen gelandet bin.In der anfänglichen Zeit war ich aber wirklich immer sehr, sehr traurig, habe nicht gewusst, wie ich hier 10 Monate verbringen könnte, weil ich schreckliches Heimweh hatte, und ich konnte mir nie vorstellen, dass ich eines Tages Französisch verstehen undsprechen

kann. Ich habe mich gefragt, wie das funktionieren sollte; ich konnte ja nicht einfach immer nur zuhören, dabei nichts verstehen, und dann plötzlich anfangen, auf Französisch zu reden. Ich wusste zwar von anderen AFSern, dass sie ohne Sprachkenntnisse in einem bestimmten Land ihr Auslandsjahr machten und danach die Sprache perfekt beherrschen konnten, jedoch war es für mich trotzdem unvorstellbar. Doch meine Gastmutter hat mich immer aufgemuntert und gesagt, dass ich einfach geduldig sein muss, ich kann ja nicht vom einen auf den anderen Tag ausgezeichnet Französisch sprechen, es braucht seine Zeit.

Nach 2 Wochen Aufenthalt hat man mir aus Deutschland gesagt, dass ich nicht in der mir entsprechenden Jahrgangsstufe bin, da es bereits das 11. Schuljahr für die Schüler ist und ich müsste erst im 10. Schuljahr sein. Das war wahrscheinlich auch der Grund dafür, wieso ich im Mathematikunterricht nichts verstanden habe, denn eigentlich hat man mir gesagt, dass das Niveau in diesem Fach viel niedriger als in Deutschland ist. So musste ich folglich die Klasse wechseln und eine Jahrgangsstufe zurück treten. Ich hatte aber so Angst, dass meine neue Klasse schlimmer ist und ich allein sein werde. Doch es war nicht so, um nicht zu sagen, dass es wirklich viel besser war. Die Schüler dieser neuen Klasse haben sich sofort für mich interessiert und haben mich alles ausgefragt: Woher ich bin, was

ich hier mache, wie lange ich bleibe, sie haben mir auch von selbst vorgeschlagen, mit ihnen zu bleiben und mit ihnen in der Mittagspause zu essen. Das hat mich sehr erfreut und so war ich weiterhin nie alleine. Ich habe mich in dieser neuen Klasse viel wohler gefühlt, sie haben mich besser aufgenommen und das hat mich sehr glücklich gemacht. Auch im Unterricht habe ich mehr verstanden, vor allem in Mathematik.

Und so ist auch der 1. Monat langsam vergangen, doch ich machte mir Vorwürfe, dass ich noch immer nicht sonderlich viel verstehen bzw. sprechen kann, obwohl mir meine Gastfamilie gesagt hat, dass ich schon jetzt grosse Fortschritte gemacht habe

- aber ich musste weiterhin geduldig sein. In meiner neuen Klasse musste ich jetzt bei fast allen Tests mitschreiben, ich habe zwar nicht so viel verstanden, habe es aber immer wieder versucht und irgendetwas in meinem schlechten Französisch hingeschrieben. Was mich am Ende positiv überrascht hat war, dass mein Ergebnis gar nicht so schlecht war, wie erwartet und ich war nie die schlechteste aus der Klasse - immer gab es einige Franzosen, die viel schlechter abgeschnitten hatten.Das hat mich so gefreut!Jetzt aber genug von der Schule, es gäbe zwar noch so viel zu erzählen, was geschehen ist und wie ich mich gefühlt habe, aber ich will ja auch nicht, dass es sich zu lange hinzieht und letztendlich langweilig wird.

Schließlich habe ich mich an diesen Schulalltag

in meiner französischen Schule gewöhnt und auch die langen Schulstunden kommen mir nicht mehr so schlimm vor. Ich habe mich an die Menschen gewöhnt und an den Unterrichtsverlauf.


Mit der Gastfamilie unterwegs.


Bei meiner Gastfamilie habe ich immer besser eingelebt, obwohl ich mich eigentlich schon von Anfang an mit ihnen sehr wohl gefühlt habe. Alle haben mir immer versucht bei Problemen zu helfen, haben mit mir viel gesprochen und mir viel erklärt. Ich habe auch gelernt, dass meine Gastmutter immer etwas in Verspätung ist, wie bei meinem Ankunftstag, aber es ist ja bekannt, dass es bei Franzosen unhöflich ist, pünktlich zu kommen. Als ich nach einigen Wochen mehr verstanden habe und etwas besser sprechen konnte, hat mir das die Möglichkeit gegeben, mit meinen Gastgeschwistern mehr zu reden und mit meiner 13-jährigen Gastschwester verstehe ich mich auch sehr gut, wir sind fast wie Freundinnen.Ich passe in diese Familie sehr gut hinein, denn auch sie ist, wie ich in Deutschland, immer beschäftigt und wir langweilen uns nie. Bisher haben wir gemeinsam schon sehr viel erlebt:In den 1-wöchigen Ferien im Oktober sind wir für 5 Tage nach Südwesten von Frankreich, in die Dordogne gefahren. Die Gegend dort ist wunderschön, wir haben viele alte, schöne Städte gesehen, haben Besuche in Höhlen gemacht (wie z.B. die bekannte, alte Höhle mit Malereien vor über 10000 Jahren „Grotte de Lascaux“), haben die Spezialitäten von dort gegessen (z.B. Foie Gras, Gänsefleisch, „des gésiers“, „des magrets de canard“, „des rillettes“) und so ist diese schöne gemeinsame Zeit vergangen und es begann wieder die Schulzeit.

Im November sind wir für 3 Tage nach Paris gefahren und haben auch dort sehr viel gemacht: wir sind mit dem Schiff über die Seine gefahren, haben das Louvre-Museum von aussen angeschaut, von Montmartre über ganz Paris geschaut, wir haben den Eiffelturm bestiegen, sind über die „Champs Elysees“ gelaufen und haben die Kirche „Notre Dame“ betreten. Paris ist eine riesengrosse, wunderschöne Stadt mit vielen Touristen- es gibtso viel interessantes zu sehen und ich bin meiner Gastfamilie sehr dankbar, dass wir diese Reise gemacht haben. Es war einfach super und ich habe jeden Augenblick dort genossen!

In der 1. Weihnachtsferienwoche sind wir in die Normandie gefahren, wo die Eltern von meiner Gastmutter leben. Dort haben wir die bekannte Burg „Mont St. Michel“ besucht, das wunderschöne Meer gesehen und mit der ganzen Familie Weihnachten gefeiert.Am Heilig Abend (oder „Reveillon“) haben wir gemeinsam ganz viel und ganz lange gegessen: es gab 3 Vorspeisen (Tartinen mit verschiedenen Brotaufstrichen, Foie Gras, Austern), die Hauptspeise bestand aus Kartoffeln mit Puten - oder Wildschweinfleisch, dann gab es verschiedene Käsesorten und als Dessert die bekannte Weihnachtstortenrolle „Bûche“. Am folgenden

Tag haben wir unter dem Weihnachtsbaum unsere Geschenke vom Weihnachtsmann vorgefunden und haben danach wieder mit der ganzen, grossen Familie lange und viel gegessen.Frankreich ist so wunderschön und es gibt so vieles Sehenswürdiges- ich freue mich riesig, dass ich hier sein darf!!! Französische Küche


Auch die französische Küche habe ich schon entdeckt:


Ich habe Schnecken probiert, wobei ich sehr lange gebraucht habe, bis meine erste Schnecke im Mund war, weil ich so Angst davor hatte - aber am Ende hat es mir super gut geschmeckt.

Auch Froschschenkel haben wir schon gegessen - auch sehr, sehr lecker. Natürlich gab es schon verschiedene Meeresfrüchte und an Weihnachten habe ich meine erste Auster probiert: ich fand es etwas unangenehm, aber es ist erträglich – Austern haben den Geschmack vom Meer. Natürlich gab es noch viele andere, leckere Gerichte, die ich hier gekostet habe!Und so hat auch das neue Jahr 2010 begonnen!


Die zweite Hälfte meines AFS Jahres.

 

Ich darf hier noch weitere 6 Monate verbringen und freue mich schon sehr auf sie! Mein größter Wunsch ist es, schon bald sehr gut die französische Sprache verstehen und sprechen zu können! Aber auch auf andere schöne, spannende Erlebnisse hier bin ich sehr gespannt! Erst einmal hat jetzt aber wieder die Schulzeit begonnen

und im Februar darf ich meine nächsten Ferien genießen! Ich bin so glücklich, dass ich hier sein darf und diese interessanten Erfahrungen sammeln kann! Abschließend möchte ich sowohl Gottfried Beer und der Hamm AG dafür danken, dass ich diese unwiederholbaren Erfahrungen sammeln darf, als auch bei dir, Brigitta!!! Vielen, vielen Dank!!! Ohne euch hätte ich nie eine solche wunderbare Chance gehabt!!! Vielen Riesendank!!!


Ganz ganz liebe Grüße aus dem ein wenig verschneiten, kalten Ostfrankreich!!!


Au revoir!!!


Von Nadja


Carina AUSTRALIEN 2010

Carina verbringt ein Jahr in Australien. Wer verfolgen möchte, was sie dort erlebt, kann hier zu ihrem Blog gelangen:
http://carina-in-australien.jimdo.com/

Verena NORWEGEN 09/10

Verena verbringt ein Jahr in Norwegen. Wer verfolgen möchte, was sie dort erlebt, kann hier zu ihrem Blog gelangen:
http://vreni-norge.jimdo.com/

Jane BRASILIEN 08/09

Johanna BRASILIEN 08/09

Lisa - U.S.A. 07/08

Dank dem Homena-Hetz Stipendium bin ich seit fast acht Monaten schon in einem Vorort von Chicago, direkt neben Michigan. Die Stadt ist leicht zu erreichen, der See prima zum Baden und die Schule, auf die über 4000 Schüler zwischen 14 und 18 Jahren gehen, sehe ich von meinem Zimmer aus. Manchmal langweilt mich die Schule etwas, aber es gibt genug Kulturelles zu entdecken. Ich verfolge gespannt die Vorwahlen zur U.S.-Präsidentschaft, auch wenn ich von amerikanischer Politik immer weniger begeistert bin, je mehr ich sehe und lerne.
 
Ich bin bei einer wunderbaren Gastfamilie gelandet, die aus meinem Gastvater Kevin und meinen Zwillingsgastgeschwistern Felicity und Gardner besteht. Beide sind 17 - so wie ich - und sie haben mich sofort in ihre Familie aufgenommen. Ihre Freunde sind auch zu meinen geworden.
Meine Gewohnheiten habe ich unfreiwillig ihren angepasst, ob gut oder schlecht. Ich bin so froh, dass ich meine Zeit mit den Dreien verbringen kann. Klischee-Amerikaner sind sie ganz und gar nicht. Mein Gastvater backt unser Brot selbst, Knuspermüsli wird selbst gemacht, wir fahren Rad. Starbucks wird verabscheut und Fast-food habe ich seit ich in den USA bin nicht mehr gesehen.

Amerika als Land ist sehr interessant, weil hier viele verschiedene ethnische Gruppen leben. Jeder versucht alles zu sein, bloß nicht Amerikaner. „Ich bin Franzose, mein Urgroßvater hat ein paar Jahre in Frankreich gelebt“, ist keine ungewöhnliche Aussage. Ich finde es schön, wie gastfreundlich hier alle sind. Bei Freunden spaziert man einfach ins Haus, auch wenn keiner da ist, und schaut erst einmal in den Kühlschrank.

Ich freue mich auf die restlichen vier Monate, die mir hier bleiben, auch wenn der Frühling dann doch langsam anfangen könnte.

 

Lisa

Februar 2008

 

Ricarda - Frankreich 07/08

"Bonjour ça va?"
Das waren die Worte, mit denen mich meine Gastfamilie zum ersten Mal begrüßt hat.
Aber am besten fang ich mal von vorne an:
Ich heiße Ricarda und bin gerade mitten in meinem Auslandsjahr in Frankreich. Als ich den Brief von AFS gekommen habe, dass ich ein Jahr lang in Frankreich verbringen werde, war ich sehr enttäuscht... ich wollte in ein Land weit weg von Deutschland.
Ich hab mich aber schließlich damit abgefunden und jetzt da ich hier bin, bereue ich es keinen Tag. Meine Gastfamilie ist super nett und das Klima hier ist einfach klasse.
Am Anfang dachte ich, dass es zwischen Deutschland und Frankreich keine großen Unterschiede gibt, aber da hab ich mich mal geirrt. Es ist ja allgemein bekannt, dass man hier statt dem Händedruck einen bise (Kuss) bekommt aber als mich meine Gastfamilie am Bahnhof mit solchen gerüßt hat, war das schon ein bisschen komisch. Mit der Zeit habe ich mich an den bise gewöhnt und jetzt weiß ich gar nicht, wie ich zurück in Deutschland ohne diese leben soll =) (wohl gemerkt, hier im Raum Beziers gibt man sich zwei bises, dagegen in Montpellier drei und in Paris sogar vier... ;) )
Auch, dass die Schule von 8 bis 18 Uhr dauert, war am Anfang ziemlich anstrengend. Ich hab gedacht, dass ich mich nie daran gewöhnen werde... aber mit der Zeit gewöhnt man sich an alles. =)

Und eines kann ich euch sagen.... die französische Küche ist einfach nur der Hammer!!!
Es ist auch schon vorgekommen, dass wir erst um 22 Uhr gegessen haben... nicht schlecht, oder???
Ich bin voll glücklich, hier zu sein, auch wenn es manchmal nicht ganz einfach ist.
An alle, die ein Jahr ins Ausland wollen, wünsche ich hier Bonne chance !!!!

Ricarda

März 2008

Eva - Polen 07/08

POLSKA – albo Zycie jest po prostu cudowne!

(POLEN – oder: Das Leben ist einfach  toll!

"Haeh? Nach Polen? Warum willst du denn nach Polen?!" Das habe ich eigentlich immer gehört, wenn ich erzählt habe, wo ich mein Auslandsjahr verbringen möchte. Aber mit meiner Zeit hier geht für mich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

Seit 6 Monaten lebe ich jetzt schon hier im wunderschönen  Krakau im Süden Polens bei einer sehr netten Familie. Meine Gastgeschwister (zwei Brüder, 17 und 19, eine Schwester, 21) haben mir vor allem am Anfang sehr geholfen und das Verhältnis mit ihnen könnte nicht besser sein. Die ganze Familie hat mich als vollwertiges Familienmitglied aufgenommen und ich fühle mich sehr wohl!

Die meisten der Leute, die sich mit mir bei AFS beworben hatten, wollten weg aus Europa, um etwas komplett Neues zu erleben. Meiner Meinung nach ist es daher bewundernswert, dass es in unserem Nachbarland Polen ganz anders ist als in Deutschland. Und dieser Unterschied bedeutet nicht, dass Polen ein heruntergekommener ehemaliger Ostblockstaat ist, in dem alle (Autos) klauen, so wie es sehr viele Leute meinen. Ganz im Gegenteil: Polen ist ein moderner aufstrebender Staat mit sehr gastfreundlichen, aufgeschlossenen, herzlichen Menschen! Der Unterschied liegt vor allem in der Mentalität und der Kultur. Besonders für die christlichen Feiertage gibt es noch viel mehr Traditionen.

Eine große Umstellung ist natürlich die Sprache! Zu Anfang braucht es ein bisschen Eingewöhnungszeit an die vielen Zischlaute, aber mit der Zeit fangen alle Polen an, deutlich und normal schnell zu sprechen. Und nicht nur das Ohr, sondern besonders auch die eigene Zunge hat anfangs Schwierigkeiten und da kann es schon mal passieren, dass man nach Handschuhen zum Duschen anstatt nach Handtüchern fragt.  

Ich genieße meine Zeit hier in vollen Zügen und habe keine Minute bereut, nach Polen gegangen zu sein, denn meine polnische Familie, die Stadt und das Land mit seiner Kultur, seiner Sprache, seiner Küche und seiner Mentalität sind mir wirklich ans Herz gewachsen und ich habe hier ein zweites Zuhause gefunden.

Eva

März 2008